Donnerstag, 3. Dezember 2015

Bewerbung 50plus: Kampf gegen Vorurteile

Richtig bewerben mit 50 Jahren 
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Die aktuelle Situation: Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer erreicht in Deutschland zurzeit knapp 50 %. Die schlechten Zahlen sind auch eine Folge der in Deutschland lange Zeit praktizierten Frühverrentungspolitik.

Die momentanen Beschäftigungszahlen sind in Anbetracht der noch weit niedrigeren Quoten der vergangenen Jahre ein großer Fortschritt. Die Nachfrage an älteren Fachkräften nimmt zwar zu, aber es ist bei den Arbeitgebern noch eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ältere Bewerber haben vor allem gegen drei große Vorurteile zu kämpfen:

1. Ältere seien häufiger krank als Jüngere.
2. Ältere seien weniger motiviert als jüngere Kollegen.
3. Die Qualifikationen von über 50-jährigen seien veraltet.

Eine Studie der Universität Hongkong hat herausgefunden, dass ältere Arbeitnehmer motiviert, veränderungsbereit, gesund und berufsorientiert sind.

Für die Studie wurden 418 Einzelstudien mit insgesamt rund 210.000 Teilnehmern ausgewertet. Demnach zeigt sich, dass die Befragten mit zunehmendem Alter sogar noch motivierter arbeiteten.  Auch in den Bereichen Veränderung, Vertrauen und Gesundheit wurde nachgewiesen, dass Ältere ebenso veränderungswillig sind wie Jüngere und eine gute Beziehung zu ihren Mitarbeitern und Chefs haben. (Quelle: http://demographie-netzwerk.de/start/aktuelles/detail/artikel/vorurteile-ueber-aeltere-arbeitnehmer-entkraeftet.html)

Auswahl älterer Arbeitnehmer:

Die Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern haben einen psychologischen Effekt im Personalauswahlverfahren. Ältere Fachkräfte haben es im Bewerbungsprozess deutlich schwerer als jüngere Kandidaten.

Natürlich gibt es das AGG - Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, das auch als Antidiskriminierungsgesetz bezeichnet wird. Es soll ungerechtfertigte Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern oder beseitigen.

Erfolgreich bewerben mit 50plus - wie geht das?

Der Schlüssel zum neuen Job für die über 50-jährigen besteht in einer gut durchdachten, konsequenten Bewerbungsstrategie, die auf die spezifischen Stärken ausgerichtet ist. Vorurteile müssen entkräftet und durch die hohe Erfahrungskompetenz ausgeglichen werden.

Je nach Qualifikation und Hierarchiestufe kann es aber auch von Vorteil sein, wenn ein 50plus-Kandidat seinem künftigen Arbeitgeber eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf seine Gehaltsvorstellungen und seine künftige Tätigkeit signalisiert.

Argumente für Kandidaten mit 50plus:

Ältere Arbeitnehmer eignen sich gut für Beratertätigkeiten, die mit dem alten Job zu tun haben. Denn dort kommen ihre Erfahrungen und Fähigkeiten am Besten zur Geltung.

Also, ein älterer Kunde oder Geschäftspartner fühlt sich von einem älteren Berater besser verstanden als von jemandem, der jünger ist als er.

Experten mit 50plus werden in Unternehmen am ehesten gezielt bei Projekten an wechselnden Standorten oder im Ausland eingesetzt. Dafür sind sie in der Regel besonders qualifiziert, weil sie sowohl über umfangreiches betriebliches Wissen und Lebenserfahrung verfügen als auch über die Fähigkeit, selbstständig auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren.

Ältere Mitarbeiter können Arbeitsabläufe oft schneller erledigen, weil sie durch ihren enormen Wissens- und Erfahrungsvorsprung neue Informationen in das Vorhandene integrieren. So kommen sie zu Entscheidungen, die eine höhere Validität und eine bessere Berechenbarkeit haben.

Man bedenke: 40 Prozent der Bevölkerung sind über 49 Jahre alt. Der Diversity-Ansatz besagt, dass Teams dann besonders erfolgreich sind, wenn sie aus verschiedenen Kulturen, Persönlichkeiten und Altersgruppen zusammengesetzt sind.